Speichersdorf entwickelt einen Masterplan für Natur und Landschaft
Angesichts des beständig fortschreitenden Rückgangs der biologischen Vielfalt von globaler bis auf lokaler Ebene möchte die Gemeinde Speichersdorf ihr Engagement zum Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt in Zukunft verstärken. Die Grundlage hierfür soll ein Masterplan in Form einer kommunalen Biodiversitätsstrategie darstellen. Bei der Erarbeitung orientiert sich die Gemeinde am bewährten Modellprojekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ (MdbV), welches bereits in weiteren Kommunen erfolgreich angewendet wurde. Speichersdorf setzt bei der Umsetzung auf eine enge Zusammenarbeit: Die Gemeinde und der Landschaftspflegeverband Weidenberg und Umgebung e.V. bilden die Trägergemeinschaft, während das beauftragte Planungsbüro OPUS GmbH die fachlich-planerische Ausarbeitung übernimmt.
Im Rahmen eines ersten Austauschs kamen Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster Fachstellen zusammen. Ihre jeweilige Ortskenntnis über Landschaft, Gewässer, Waldwirtschaft, Landwirtschaft, Siedlungsentwicklung und Wertschöpfung liefert einen wichtigen Überblick für den weiteren Prozess.
Gemeinsam wurde zunächst der Blick auf den Gebietscharakter Speichersdorf gerichtet. Einig waren sich alle: Das Gesicht von Speichersdorf ist ausgesprochen vielseitig, potentialhaltig und erhaltenswert. Gebietsprägende Gegebenheiten, wie der Verlauf einer europäischen Wasserscheide, ehemalige Niedermoorgebiete sowie die traditionelle Teichbewirtschaftung liefern genügend erhaltenswertes Ausgangspotential für zukünftige Pläne.
Neben bestehenden Erfolgsprojekten wie der Tauritzmühle, den gemeindeübergreifenden Wäldern und dem Haidenaabtal wurden auch Lücken und Chancen aufgezeigt. Der Wasserrückhalt in der Fläche scheint besonders mit Hinblick auf die Veränderungen im Klimawandel eine der wichtigsten Herausforderungen der Zukunft zu werden. Gleichzeitig nimmt die Flächenkonkurrenz zu, wodurch beispielsweise landwirtschaftliche Nutzflächen zunehmend unter Druck geraten.
Zum Abschluss ging der Blick in die Zukunft. Gemeinsam wurde ein erstes Bild davon entwickelt, wie Natur und Landschaft in Speichersdorf künftig aussehen könnten. Es entpuppte sich schnell, dass für einen nachhaltigen Fortschritt ein „Masterplan“ für Natur, Landschaft und Mensch in der Gemeinde mit Berücksichtigung aller Interessen entwickelt werden muss.
Im Rahmen des weiteren Schritts sind nun Sie gefragt. Was liegt Ihnen an der Entwicklung in Speichersdorf am Herzen? Wo sehen Sie noch Entwicklungspotenzial? Oder wissen Sie etwas, was z.B. auch auf Ihrem Grund zu einer Aufwertung beitragen kann, z.B. für Insekten, Igel und Co.? Diese und weitere Fragen möchten wir beim Workshop am 19. November von 17 bis 21 Uhr im Gemeindehaus Speichersdorf gemeinsam mit Ihnen diskutieren.
Die umgesetzten Maßnahmen werden durch das Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV), das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) gefördert.